Ratgeber · Karriere · Stand 25.10.2026
Assistenzarzt Chirurgie Gehalt: Tabelle nach TV-Ärzte 2026
Assistenzärztinnen und Assistenzärzte in der Chirurgie verdienen an kommunalen Kliniken nach dem TV-Ärzte/VKA in Entgeltgruppe Ä 1 zwischen 5.722 Euro im ersten Jahr und 7.355 Euro ab dem sechsten Jahr brutto im Monat (Vollzeit, Tabelle ab 1. Juni 2026). Dienste, Zuschläge und Zulagen kommen on top. Universitätskliniken zahlen nach einer eigenen Tabelle.
Hauptratgeber zum Thema Karriere: Facharzt Chirurgie: Weiterbildung, Dauer und Ablauf
Was verdient ein Assistenzarzt in der Chirurgie?
Für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern gilt der Tarifvertrag TV-Ärzte/VKA, den der Marburger Bund mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände abschließt. Assistenzärzte in der Weiterbildung werden in Entgeltgruppe Ä 1 eingruppiert. Die Stufe richtet sich nach den Jahren ärztlicher Tätigkeit, nicht nach dem Fachgebiet. Ein Chirurg verdient in der Weiterbildung also nach derselben Tabelle wie ein Internist.
Die Werte der Tabelle gelten ab dem 1. Juni 2026 bis zum 31. Dezember 2026 für Vollzeit mit 40 Wochenstunden:
| Stufe | Tätigkeitsjahr | Monatsbrutto Ä 1 (Euro) |
|---|---|---|
| 1 | 1. Jahr | 5.722 |
| 2 | 2. Jahr | 6.046 |
| 3 | 3. Jahr | 6.278 |
| 4 | 4. Jahr | 6.680 |
| 5 | 5. Jahr | 7.158 |
| 6 | ab 6. Jahr | 7.355 |
Eine Jahressonderzahlung sieht der TV-Ärzte nicht vor. Wie es nach dem 31. Dezember 2026 weitergeht, hängt von der nächsten Tarifrunde ab.
Die Tabelle liegt ab 1. Juni 2026 um 2,0 Prozent über dem Stand ab 1. August 2025, so sieht es der Tarifabschluss vom Frühjahr 2025 vor. Bei einem Stellenwechsel lohnt deshalb der Blick auf das Datum der Tabelle, denn ältere Gehaltsangaben im Netz sind oft überholt.
Wie verteilen sich die Weiterbildungsjahre auf die Stufen?
Nach der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer dauert die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinchirurgie 72 Monate, also sechs Jahre. Davon müssen 36 Monate in der Allgemeinchirurgie abgeleistet werden, wobei bis zu 18 Monate in der Viszeralchirurgie und bis zu 18 Monate in Orthopädie und Unfallchirurgie erfolgen können. Hinzu kommen je 6 Monate in der Notfallaufnahme und in der Intensivmedizin. Die Landesärztekammern setzen die Vorgaben in eigenen Weiterbildungsordnungen um, dort stehen Details zu Inhalten und Zeiten.
Für die Tarifstufe zählt die ärztliche Tätigkeit insgesamt. In den sechs Weiterbildungsjahren durchlaufen Sie deshalb alle sechs Stufen von Ä 1. Zeiten bei früheren Arbeitgebern können anerkannt werden, auch aus anderen Fächern. Lassen Sie die Anrechnung bei Vertragsbeginn schriftlich festhalten.
Mit dem bestandenen Facharzt wechseln Sie in Ä 2. Die Tabelle beginnt dort in Stufe 1 bei 7.552 Euro und steigt in sechs Stufen auf 9.699 Euro.
Wie werden Bereitschaftsdienste vergütet?
In der Chirurgie ist der Dienst am Wochenende und in der Nacht Teil des Alltags. Die Tabellenwerte oben enthalten weder Bereitschaftsdienstentgelt noch Rufbereitschaft noch Zulagen. Diese Beträge kommen hinzu.
Der TV-Ärzte ordnet Bereitschaftsdienste in Stufen ein, abhängig davon, wie viel tatsächliche Arbeit im Dienst anfällt. Je höher die Stufe, desto höher die Vergütung je Stunde. In der Chirurgie fallen im Dienst oft Eingriffe an, das wirkt sich auf die Einstufung aus. Die Bereitschaftsdienstentgelte steigen mit den Tarifsteigerungen. Rufbereitschaft wird mit einer Pauschale je Stunde plus der tatsächlichen Einsatzzeit vergütet.
Wie viele Dienste im Monat anfallen, legt der Dienstplan fest. Die Zahl kann Ihr Einkommen deutlich verändern. Fragen Sie im Bewerbungsgespräch nach Dienstmodell, Zahl der Dienste im Monat und Freizeitausgleich.
Welche Zuschläge gibt es?
Neben dem Dienstentgelt zahlt der Tarifvertrag Zeitzuschläge für Arbeit zu besonderen Zeiten. Nach dem Tarifwerk für Ärzte sind das beispielsweise:
- Samstagsarbeit zwischen 13 und 20 Uhr ohne Schichtarbeit: 20 Prozent
- Sonntagsarbeit: 25 Prozent
- Feiertagsarbeit: 35 Prozent mit Freizeitausgleich, 135 Prozent ohne Freizeitausgleich
- Arbeit am 24. und 31. Dezember ab 6 Uhr: 35 Prozent
- Nachtarbeit: 20 Prozent
Die Prozentsätze beziehen sich auf den Stundenanteil des Tabellenentgelts der Stufe 3 der jeweiligen Entgeltgruppe. Für Überstunden gilt ein eigener Satz. Prüfen Sie den Tarifvertrag Ihres Hauses, denn Universitätskliniken und andere Träger haben abweichende Regeln.
Wie unterscheiden sich kommunale, universitäre und private Kliniken?
Es gibt nicht den einen Tarif für alle. Je nach Träger gelten unterschiedliche Regelwerke:
| Träger | Tarifvertrag | Hinweis |
|---|---|---|
| Kommunale Kliniken | TV-Ärzte/VKA | Tabelle in diesem Artikel |
| Universitätskliniken der Länder | TV-Ärzte/TdL | eigene Tabelle, eigene Erhöhungstermine |
| Berlin, Vivantes und Charité | eigene Regelungen | Tabelle nicht identisch mit VKA |
| Private und kirchliche Träger | Haustarif, Konzerntarif oder AVR | Vertrag prüfen |
Private Klinikketten haben oft eigene Tarifverträge mit dem Marburger Bund, die sich an den öffentlichen Tabellen orientieren. Bei Häusern ohne Tarifvertrag verhandeln Sie das Gehalt einzeln. Vergleichen Sie dann nicht nur das Grundgehalt, sondern auch Dienstvergütung, Fortbildungsbudget und Weiterbildungsbefugnis des Hauses.
Was bleibt vom Gehalt übrig und was steht im Vertrag?
Die Tabellenwerte sind Bruttobeträge. Für ein Beispiel: In Stufe 1 ergeben 5.722 Euro über zwölf Monate rund 68.700 Euro brutto im Jahr, in Stufe 6 sind es rund 88.300 Euro, jeweils ohne Dienste und Zuschläge. Was netto ankommt, hängt von Steuerklasse, Sozialversicherung und Ihrer persönlichen Lage ab. Beim Marburger Bund und bei Steuerberatern finden Sie dazu Rechner und Beratung.
Neben dem Gehalt lohnt der Blick in den Arbeitsvertrag. Typische Punkte, die Sie prüfen sollten:
- Eingruppierung in Ä 1 und die anerkannte Zeit früherer ärztlicher Tätigkeit
- Bezugnahme auf den Tarifvertrag, damit künftige Erhöhungen gelten
- Befristung, die bei Weiterbildungsverträgen oft an die Weiterbildungszeit gekoppelt ist
- Regelung zu Überstunden, Freizeitausgleich und Diensten
- Zuschüsse zu Fortbildung, Kongressen und Kursen der Weiterbildung
Wer an einer Klinik ohne Tarifbindung arbeitet, sollte sich die Gehaltsstruktur schriftlich erläutern lassen. Die Landesärztekammer berät zu Fragen der Weiterbildung, Berufsverbände und Gewerkschaften zu Arbeits- und Tarifrecht.
Worauf sollten Sie bei der Wahl der Weiterbildungsstätte achten?
Das Gehalt ist nur ein Kriterium. Für Ihre Laufbahn zählt, ob die Klinik die Weiterbildung vollständig anbieten kann. Fragen Sie nach:
- Weiterbildungsbefugnis des Chefarztes und deren Umfang in Monaten, einsehbar bei der Landesärztekammer
- Rotationsplan durch Notaufnahme, Intensivstation und die Teilgebiete des Fachs
- OP-Katalog und Zahl der Eingriffe, die Sie selbst durchführen dürfen
- Logbuch-Führung und regelmäßigen Weiterbildungsgesprächen
- Einhaltung von Arbeitszeit und Ruhezeit
Dieser Text informiert allgemein über die tarifliche Vergütung und ersetzt keine Beratung durch Ärztekammer, Marburger Bund oder einen Fachanwalt für Arbeitsrecht im Einzelfall.
Häufige Fragen
Wie viel verdient ein Assistenzarzt in der Chirurgie im ersten Jahr?
Nach TV-Ärzte/VKA sind es in Entgeltgruppe Ä 1, Stufe 1 ab 1. Juni 2026 rund 5.722 Euro brutto im Monat bei Vollzeit. Dienste, Zuschläge und Zulagen kommen hinzu. An Universitätskliniken gilt eine andere Tabelle.
Verdienen Chirurgen in der Weiterbildung mehr als andere Assistenzärzte?
Nicht im Grundgehalt. Die Tabelle Ä 1 gilt für alle Fachgebiete gleich. Unterschiede entstehen durch Zahl und Einstufung der Bereitschaftsdienste, die in operativen Fächern häufiger anfallen.
Wie lange dauert die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinchirurgie?
Nach der Musterweiterbildungsordnung 72 Monate, also sechs Jahre, davon 36 Monate in der Allgemeinchirurgie sowie je 6 Monate Notfallaufnahme und Intensivmedizin. Verbindlich ist die Weiterbildungsordnung Ihrer Landesärztekammer.
Gibt es beim TV-Ärzte Weihnachtsgeld?
Eine Jahressonderzahlung sieht der TV-Ärzte/VKA nicht vor. Einzelne Arbeitgeber zahlen freiwillige oder haustarifliche Sonderzahlungen, das steht im Arbeitsvertrag.
Was verdient ein Facharzt nach der Weiterbildung?
In kommunalen Kliniken liegt Ä 2 ab 1. Juni 2026 zwischen 7.552 Euro in Stufe 1 und 9.699 Euro in Stufe 6, jeweils brutto und ohne Dienste und Zulagen.
Quellen
- TV-Ärzte/VKA Entgelttabelle (ab 1. Juni 2026)
- Marburger Bund: Tarifverträge für Ärztinnen und Ärzte
- Facharzt-Weiterbildung Chirurgie im Überblick (Ärzteblatt)
- Bundesärztekammer: Musterweiterbildungsordnung
- VKA: Hintergrundinformationen zur Tarifrunde 2024 mit dem Marburger Bund
- Ärzteblatt: Tarifabschluss kommunale Krankenhäuser
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