Ratgeber · Häufige Eingriffe · Stand 24.10.2026
Meniskus OP: Naht oder Teilentfernung, Belastung, Krankschreibung
Nicht jeder Meniskusriss muss operiert werden, bei Verschleißrissen mit Arthrose bringt die Operation nach der Studienlage keinen Vorteil gegenüber Physiotherapie. Eine Naht kommt bei frischen Rissen in gut durchbluteten Zonen infrage, eine Teilentfernung vor allem bei älteren Patienten mit degenerativen Rissen.
Hauptratgeber zum Thema Häufige Eingriffe: Häufige chirurgische Eingriffe: Überblick für Patienten
Wann ist eine Meniskus-OP sinnvoll?
Viele Meniskusrisse verursachen keine Beschwerden. In einer Studie mit 991 Personen (Framingham) hatten 31 % einen Riss, bei Männern zwischen 70 und 79 Jahren waren es 56 %. Das Vorliegen eines Risses stand nicht in Zusammenhang mit Kniebeschwerden. Deshalb gilt: Nicht jeder Riss muss behandelt werden.
Zunächst wird meist konservativ behandelt, mit Physiotherapie, Schmerzmitteln und Belastungsanpassung. Eine Operation kommt in Betracht bei Einklemmungen und Blockaden des Knies, bei anhaltenden Beschwerden trotz Therapie und bei frischen Rissen junger, aktiver Menschen, bei denen eine Naht den Meniskus erhalten kann.
Zur Studienlage: Eine 2013 im NEJM veröffentlichte Studie fand bei Meniskusriss mit Arthrose keinen Vorteil der Operation gegenüber Physiotherapie. Das IQWiG fand in seinem Abschlussbericht (elf Studien) bei Kniearthrose keinen Beleg für einen Nutzen der therapeutischen Arthroskopie. Lassen Sie sich den Nutzen für Ihren Befund erklären.
Naht oder Teilentfernung: Was ist der Unterschied?
| Merkmal | Meniskusnaht | Teilentfernung |
|---|---|---|
| Ziel | Meniskus erhalten | gerissenen Anteil entfernen |
| Geeignet für | Kinder, Jugendliche, aktive Erwachsene, bestimmte Rissformen in durchbluteter Zone | ältere Patienten, degenerative und randnahe Risse |
| Belastung danach | zunächst eingeschränkt, Schiene | meist rasch nach Schmerzen |
| Arbeit | nach Nachbehandlungsplan | meist nach ein bis zwei Wochen |
Eine Naht funktioniert nur bei bestimmten Rissmustern in gut durchbluteten Zonen (rot-rot oder rot-weiß). Je früher sie erfolgt, desto besser sind die Heilungschancen. Der Erhalt des Meniskus durch Naht gilt in der Fachliteratur als besonders erfolgreiche Behandlung. Warum das zählt: Nach vollständiger Entfernung des Meniskus nimmt das Arthroserisiko zu. In einer 40-Jahres-Nachuntersuchung von 53 Jugendlichen nach Totalentfernung hatten 13,2 % (7 von 53) ein künstliches Kniegelenk.
Belastungsaufbau nach der Operation
Nach einer Teilentfernung ist die Belastung meist rasch möglich, Unterarmgehstützen können einige Tage helfen. Nach einer Naht ist ein Plan mit Schiene Teil der Therapie.
- Erste Tage: Kühlen, Hochlagern, Gehstützen, Thromboseprophylaxe nach Vorgabe.
- Nach Naht, zu Beginn: Bewegungsumfang begrenzt, Schiene und Entlastung nach Plan.
- Im Verlauf: Beweglichkeit schrittweise freigegeben, Zeitplan nach Vorgabe des Operateurs.
- Nach etwa 6 Monaten: Rückkehr zum vollen Sport, teils früher.
Der individuelle Plan Ihrer Klinik oder Praxis hat Vorrang.
Krankschreibung nach Meniskus-OP
Nach einer Teilentfernung ist die Arbeitsfähigkeit meist nach ein bis zwei Wochen zurück. Schwere körperliche Arbeit und Sport können mehrere Wochen länger dauern. Nach einer Naht ist die Ausfallzeit wegen der Nachbehandlung länger, besprechen Sie das mit dem Operateur.
Nach einem Arbeitsunfall ist der Durchgangsarzt zuständig, die Berufsgenossenschaft zahlt Verletztengeld.
Risiken der Kniearthroskopie
Schwere Komplikationen sind selten. Für die Kniearthroskopie werden berichtet: Infektion etwa 0,08 bis 0,13 %, symptomatische Venenthrombose etwa 0,25 %, Lungenembolie etwa 0,17 %, Sterblichkeit innerhalb von drei Monaten etwa 0,04 %. Wann das Risiko höher ist, besprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Wer zahlt während der Krankschreibung?
Nach einer Meniskusnaht dauert die Nachbehandlung länger als nach einer Teilentfernung. Für Beschäftigte gilt während der Arbeitsunfähigkeit:
| Phase | Wer zahlt | Grundlage |
|---|---|---|
| Bis zu 6 Wochen Arbeitsunfähigkeit | Arbeitgeber (Entgeltfortzahlung) | § 3 Abs. 1 Entgeltfortzahlungsgesetz |
| Voraussetzung | Arbeitsverhältnis besteht seit mindestens 4 Wochen ununterbrochen | § 3 Abs. 3 Entgeltfortzahlungsgesetz |
| Danach bei fortbestehender Arbeitsunfähigkeit | Krankenkasse (Krankengeld), 70 % des regelmäßigen Arbeitsentgelts, höchstens 90 % des Nettoentgelts | § 47 Abs. 1 SGB V |
Zweitmeinung und Entscheidungsfragen
Die Kniearthroskopie steht nicht auf der Eingriffsliste der Zweitmeinungs-Richtlinie des G-BA. Aufgeführt sind dort arthroskopische Eingriffe an der Schulter, nicht am Knie. Eine freiwillige zweite Meinung ist möglich, die Kostenübernahme klären Sie vorab mit der Kasse. Gerade bei einem Riss ohne Blockade lohnt sich die Frage:
- Ist mein Riss frisch oder verschleißbedingt?
- Gibt es eine Blockade oder ein Streckdefizit, oder sind es vor allem Schmerzen?
- Wie lange sollte ich Physiotherapie versuchen, bevor eine Operation sinnvoll wird?
- Ist eine Naht möglich, und wie sieht die Nachbehandlung aus?
- Wann dürfen Arbeit, Autofahren und Sport wieder beginnen?
Wer zahlt während der Krankschreibung?
Nach einer Meniskusnaht dauert die Nachbehandlung länger als nach einer Teilentfernung. Für Beschäftigte gilt während der Arbeitsunfähigkeit:
| Phase | Wer zahlt | Grundlage |
|---|---|---|
| Bis zu 6 Wochen Arbeitsunfähigkeit | Arbeitgeber (Entgeltfortzahlung) | § 3 Abs. 1 Entgeltfortzahlungsgesetz |
| Voraussetzung | Arbeitsverhältnis besteht seit mindestens 4 Wochen ununterbrochen | § 3 Abs. 3 Entgeltfortzahlungsgesetz |
| Danach bei fortbestehender Arbeitsunfähigkeit | Krankenkasse (Krankengeld), 70 % des regelmäßigen Arbeitsentgelts, höchstens 90 % des Nettoentgelts | § 47 Abs. 1 SGB V |
Zweitmeinung und Entscheidungsfragen
Die Kniearthroskopie steht nicht auf der Eingriffsliste der Zweitmeinungs-Richtlinie des G-BA. Aufgeführt sind dort arthroskopische Eingriffe an der Schulter, nicht am Knie. Eine freiwillige zweite Meinung ist möglich, die Kostenübernahme klären Sie vorab mit der Kasse. Gerade bei einem Riss ohne Blockade lohnt sich die Frage:
- Ist mein Riss frisch oder verschleißbedingt?
- Gibt es eine Blockade oder ein Streckdefizit, oder sind es vor allem Schmerzen?
- Wie lange sollte ich Physiotherapie versuchen, bevor eine Operation sinnvoll wird?
- Ist eine Naht möglich, und wie sieht die Nachbehandlung aus?
- Wann dürfen Arbeit, Autofahren und Sport wieder beginnen?
Vorbereitung, Nachsorge und Kosten
Vorbereitung auf den Eingriff
Die genauen Vorgaben nennt immer die Praxis oder Klinik. Allgemein gilt bei planbaren Eingriffen:
- Medikamente: Gerinnungshemmer, Diabetesmittel und Blutdruckmedikamente nur nach Rücksprache absetzen oder weiternehmen.
- Nüchternheit: Bei Narkose nennt das Narkoseteam die Zeiten, ab denen Sie nichts mehr essen und trinken dürfen. Bei örtlicher Betäubung gelten oft lockerere Regeln.
- Unterlagen: Überweisung, Versichertenkarte, Befunde, Bildgebung, Medikamentenplan, Allergiepass.
- Begleitung: Nach einer Narkose oder Sedierung sollten Sie abgeholt werden und die erste Nacht nicht allein sein.
- Zu Hause: Bequeme Kleidung, Kühlpacks, Schmerzmittel nach Plan und gegebenenfalls Hilfe im Haushalt vorbereiten.
Was können Sie ohne Operation tun?
Physiotherapie ist meist der erste Schritt. Ziel ist, Schmerzen zu kontrollieren und die Muskulatur um das Knie zu stärken. Ergänzend kommen Schmerzmittel oder entzündungshemmende Mittel nach ärztlicher Empfehlung infrage. Bei einer Blockade des Knies, plötzlichem Streckdefizit oder starkem Erguss sollten Sie zeitnah ärztliche Hilfe suchen.
Kosten und Kasse
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt medizinisch notwendige Leistungen. Arthroskopie und Naht sind bei Indikation Kassenleistungen. Meniskusersatz durch Implantate oder Spendermeniskus ist kein Standardverfahren und nicht überall erstattet.
Bei einem stationären Aufenthalt zahlen gesetzlich Versicherte eine Zuzahlung von 10 Euro pro Tag für höchstens 28 Tage im Kalenderjahr (§ 39 Abs. 4 in Verbindung mit § 61 SGB V, ab 18 Jahren). Für Hilfsmittel wie Schienen oder Gehstützen gelten eigene Zuzahlungsregeln. Privat Versicherte klären Erstattung und Abrechnung nach GOÄ vorab mit ihrem Versicherer.
Checkliste
Fragen vor der OP
Zehn Fragen für das Aufklärungsgespräch. Haken setzen, sobald eine Frage geklärt ist. Die Haken werden weder gespeichert noch übertragen.
Häufige Fragen
Muss ein Meniskusriss immer operiert werden?
Nein. Viele Risse verursachen keine Beschwerden und werden zunächst mit Physiotherapie behandelt. Eine Operation kommt bei Blockaden, anhaltenden Beschwerden oder frischen Rissen bei aktiven Menschen in Betracht.
Was ist besser: Meniskusnaht oder Entfernung?
Wo möglich wird der Meniskus durch eine Naht erhalten. Das geht nur bei bestimmten Rissmustern in gut durchbluteten Zonen. Bei Verschleißrissen älterer Patienten wird häufiger teilentfernt.
Wie lange bin ich nach der Meniskus-OP krankgeschrieben?
Nach Teilentfernung meist ein bis zwei Wochen bei Büroarbeit, bei körperlicher Arbeit länger. Nach Naht je nach Nachbehandlung deutlich länger.
Wann darf ich nach der Meniskus-OP wieder Sport machen?
Nach einer Naht ist voller Sport meist nach etwa sechs Monaten möglich, leichtere Belastung früher nach Vorgabe. Der Operateur gibt den Zeitplan vor.
Wird die Meniskus-OP ambulant gemacht?
Häufig ja, die Arthroskopie ist ein typischer ambulanter Eingriff. Ob bei Ihnen ambulant, hängt von Befund und Begleiterkrankungen ab.
Hilft Physiotherapie genauso wie eine Operation?
Bei Verschleißrissen mit Arthrose fand eine Studie keinen Vorteil der Operation. Bei Blockaden und frischen Rissen ist die Lage anders. Lassen Sie sich Ihre Situation erklären.
Quellen
- Wikipedia: Meniskusriss (Therapie, Nachbehandlung, Studien)
- Wikipedia: Arthroskopie (Fallzahlen, Komplikationen, IQWiG)
- IQWiG: Arthroskopie des Kniegelenks bei Gonarthrose, Abschlussbericht N11-01
- § 3 Entgeltfortzahlungsgesetz (gesetze-im-internet.de)
- § 47 SGB V Höhe des Krankengeldes (gesetze-im-internet.de)
- G-BA: Zweitmeinungs-Richtlinie (Zm-RL), Eingriffsliste
- § 27b SGB V Zweitmeinung (gesetze-im-internet.de)
Zuletzt geprüft am 24.10.2026. Rechtliche und finanzielle Angaben können sich ändern.
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