Ratgeber · Häufige Eingriffe · Stand 24.10.2026

Hämorrhoiden OP: Stadien, Verfahren und Nachsorge

Hämorrhoiden werden nach Stadium behandelt: Verödung bei Grad 1, Gummibandligatur bei Grad 2, Stapler-Verfahren oder Operation bei Grad 3, Operation bei Grad 4. Rund 10 % der Patienten, die ärztlichen Rat suchen, brauchen einen Eingriff. Blut am Stuhl gehört immer ärztlich abgeklärt, auch wenn Hämorrhoiden die wahrscheinlichste Ursache sind.

Was sind Hämorrhoiden, und wann machen sie Beschwerden?

Hämorrhoiden sind normale Gefäßpolster am Ende des Enddarms, die den Schließmuskel abdichten. Zum Problem werden sie, wenn sie sich vergrößern und nach unten rutschen. Typisch sind wiederkehrende Blutungen, Nässen, Juckreiz und Stuhlschmieren. Starke Schmerzen sprechen eher für einen Einriss, eine Fistel oder einen Abszess.

Wichtig: Blut am Stuhl darf nie ungeprüft als Hämorrhoide gedeutet werden. Dickdarmkrebs gehört zu den Erkrankungen, die ausgeschlossen werden müssen. Untersucht wird per Inspektion, Proktoskopie und gegebenenfalls Rektoskopie oder Koloskopie.

Nach einem Bericht des Deutschen Ärzteblatts zur S3-Leitlinie unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie suchen nur etwa 4 % der Betroffenen ärztliche Hilfe. Die Leitlinie empfiehlt, nur vergrößerte Hämorrhoiden mit Beschwerden zu behandeln und das Vorgehen nach dem Stadium zu wählen. Niedriggradige Hämorrhoiden lassen sich meist konservativ behandeln, bei höhergradigen ist in der Regel eine Operation nötig. Die Leitlinie stammt von 2019, ihre Gültigkeit war bis März 2024 angegeben, eine Überarbeitung ist offen.

Nach einem Bericht des Deutschen Ärzteblatts zur S3-Leitlinie unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie suchen nur etwa 4 % der Betroffenen ärztliche Hilfe. Die Leitlinie empfiehlt, nur vergrößerte Hämorrhoiden mit Beschwerden zu behandeln und das Vorgehen nach dem Stadium zu wählen. Niedriggradige Hämorrhoiden lassen sich meist konservativ behandeln, bei höhergradigen ist in der Regel eine Operation nötig. Die Leitlinie stammt von 2019, ihre Gültigkeit war bis März 2024 angegeben, eine Überarbeitung ist offen.

Welches Verfahren passt zu welchem Stadium?

GradBefundTypische Behandlung
1nicht sichtbar, schmerzlose BlutungSklerosierung (Verödung) in mehreren Sitzungen im Abstand von etwa 4 bis 6 Wochen, hohe Rückfallquote
2Vorfall beim Pressen, zieht sich von selbst zurückGummibandligatur, häufigstes Verfahren
3Vorfall, muss zurückgeschoben werdenbei zirkulärem Befund Stapler-Hämorrhoidopexie nach Longo, sonst Hämorrhoidektomie
4Vorfall nicht zurückschiebbarHämorrhoidektomie

Für alle Grade gilt die Basistherapie: ballaststoffreiche Kost, mindestens zwei Liter Flüssigkeit täglich, weicher Stuhl, Bewegung und bei Übergewicht Gewichtsreduktion. Salben und Zäpfchen lindern nur Symptome, eine Heilung ist nicht belegt.

Wann ist eine Operation nötig?

Operiert wird meist erst, wenn konservative Maßnahmen und kleinere Verfahren nicht ausreichen. Rund 10 % der Patienten, die ärztlichen Rat suchen, benötigen einen Eingriff. Bei Grad 4 führt nur die Hämorrhoidektomie zur Heilung, nach dem Longo-Verfahren tritt hier meist wieder ein Vorfall auf. Bei Feinkontinenz-Problemen dürfen die Polster nicht vollständig entfernt werden. Frühe Grade lassen sich oft ambulant behandeln, fortgeschrittene Fälle meist stationär.

Nachsorge und Erholung

  • Schmerzen und Blutungen sind nach klassischen Verfahren häufig. Schmerztherapie und Sitzbäder werden vom Behandler empfohlen.
  • Krankschreibung: Berufstätige sind meist ein bis drei Wochen krankgeschrieben.
  • Stuhlgang weich halten: Ballaststoffe, Flüssigkeit, bei Bedarf Stuhlregulation nach ärztlicher Empfehlung.
  • Harnverhalt: kann besonders nach Spinalanästhesie auftreten.
  • Weitere Risiken: vorübergehende Probleme bei der Stuhlkontrolle, selten Engstelle (Analstenose).

Melden Sie starke Nachblutungen, Fieber, zunehmende Schmerzen oder Probleme beim Wasserlassen sofort. Besonders wichtig bei Einnahme von Gerinnungshemmern.

Kosten und Abrechnung

Aktuelle Fallpauschalenwerte nennen wir hier bewusst nicht, weil sie sich jährlich ändern und je nach Klinik und Verfahren abweichen. Die Kasse zahlt medizinisch notwendige Verfahren. Bei Selbstzahlerleistungen holen Sie einen Kostenvoranschlag ein.

Wer zahlt während der Krankschreibung?

Nach klassischen Verfahren sind Berufstätige meist ein bis drei Wochen krankgeschrieben. Für Beschäftigte gilt:

PhaseWer zahltGrundlage
Bis zu 6 Wochen ArbeitsunfähigkeitArbeitgeber (Entgeltfortzahlung)§ 3 Abs. 1 Entgeltfortzahlungsgesetz
VoraussetzungArbeitsverhältnis besteht seit mindestens 4 Wochen ununterbrochen§ 3 Abs. 3 Entgeltfortzahlungsgesetz
Danach bei fortbestehender ArbeitsunfähigkeitKrankenkasse (Krankengeld), 70 % des regelmäßigen Arbeitsentgelts, höchstens 90 % des Nettoentgelts§ 47 Abs. 1 SGB V

Zweitmeinung und Fragen an den Arzt

Hämorrhoiden-Eingriffe stehen nicht auf der Eingriffsliste der Zweitmeinungs-Richtlinie des G-BA. Eine freiwillige zweite Meinung ist möglich, die Kostenübernahme klären Sie vorab mit der Kasse. Fragen, die vor einer Operation helfen:

  • Welches Stadium liegt vor, und warum reicht ein kleineres Verfahren nicht aus?
  • Wurde der Darm abgeklärt, falls Blut am Stuhl auftrat?
  • Wie hoch ist bei diesem Verfahren das Risiko, dass der Vorfall wiederkommt?
  • Welche Schmerztherapie ist vorgesehen, und wie lange muss ich mit Schmerzen rechnen?
  • Was gilt für meine Blutverdünner?

Wer zahlt während der Krankschreibung?

Nach klassischen Verfahren sind Berufstätige meist ein bis drei Wochen krankgeschrieben. Für Beschäftigte gilt:

PhaseWer zahltGrundlage
Bis zu 6 Wochen ArbeitsunfähigkeitArbeitgeber (Entgeltfortzahlung)§ 3 Abs. 1 Entgeltfortzahlungsgesetz
VoraussetzungArbeitsverhältnis besteht seit mindestens 4 Wochen ununterbrochen§ 3 Abs. 3 Entgeltfortzahlungsgesetz
Danach bei fortbestehender ArbeitsunfähigkeitKrankenkasse (Krankengeld), 70 % des regelmäßigen Arbeitsentgelts, höchstens 90 % des Nettoentgelts§ 47 Abs. 1 SGB V

Zweitmeinung und Fragen an den Arzt

Hämorrhoiden-Eingriffe stehen nicht auf der Eingriffsliste der Zweitmeinungs-Richtlinie des G-BA. Eine freiwillige zweite Meinung ist möglich, die Kostenübernahme klären Sie vorab mit der Kasse. Fragen, die vor einer Operation helfen:

  • Welches Stadium liegt vor, und warum reicht ein kleineres Verfahren nicht aus?
  • Wurde der Darm abgeklärt, falls Blut am Stuhl auftrat?
  • Wie hoch ist bei diesem Verfahren das Risiko, dass der Vorfall wiederkommt?
  • Welche Schmerztherapie ist vorgesehen, und wie lange muss ich mit Schmerzen rechnen?
  • Was gilt für meine Blutverdünner?

Vorbereitung, Nachsorge und Kosten

Vorbereitung auf den Eingriff

Die genauen Vorgaben nennt immer die Praxis oder Klinik. Allgemein gilt bei planbaren Eingriffen:

  • Medikamente: Gerinnungshemmer, Diabetesmittel und Blutdruckmedikamente nur nach Rücksprache absetzen oder weiternehmen.
  • Nüchternheit: Bei Narkose nennt das Narkoseteam die Zeiten, ab denen Sie nichts mehr essen und trinken dürfen. Bei örtlicher Betäubung gelten oft lockerere Regeln.
  • Unterlagen: Überweisung, Versichertenkarte, Befunde, Bildgebung, Medikamentenplan, Allergiepass.
  • Begleitung: Nach einer Narkose oder Sedierung sollten Sie abgeholt werden und die erste Nacht nicht allein sein.
  • Zu Hause: Bequeme Kleidung, Kühlpacks, Schmerzmittel nach Plan und gegebenenfalls Hilfe im Haushalt vorbereiten.

Wie sprechen Sie das Thema beim Arzt an?

Beschwerden am Darmausgang sind häufig, die Untersuchung ist Routine. Sie dürfen konkret sein: seit wann Blutungen, ob helles Blut auf dem Papier oder im Stuhl, ob Gewebe austritt und ob Sie es zurückschieben müssen, Schmerzen, Nässen, Juckreiz, Veränderungen des Stuhlgangs. Untersucht wird mit Inspektion und Proktoskopie, bei Bedarf mit Spiegelung des Enddarms oder Darmspiegelung. Das Gespräch ist vertraulich. Bringen Sie eine Liste Ihrer Medikamente mit, besonders Blutverdünner.

Kosten und Kasse

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt medizinisch notwendige Leistungen. Verödung, Gummibandligatur und Operation sind bei Indikation Kassenleistungen.

Bei einem stationären Aufenthalt zahlen gesetzlich Versicherte eine Zuzahlung von 10 Euro pro Tag für höchstens 28 Tage im Kalenderjahr (§ 39 Abs. 4 in Verbindung mit § 61 SGB V, ab 18 Jahren). Für Hilfsmittel wie Schienen oder Gehstützen gelten eigene Zuzahlungsregeln. Privat Versicherte klären Erstattung und Abrechnung nach GOÄ vorab mit ihrem Versicherer.

Vorbeugen und Rückfälle vermeiden

Die Basistherapie gilt auch nach einem Eingriff: ballaststoffreiche Kost, mindestens zwei Liter Flüssigkeit am Tag, weicher Stuhl, Bewegung und bei Übergewicht Gewichtsabnahme. Langes Sitzen auf der Toilette und starkes Pressen sollten Sie vermeiden. Die Ursache der Hämorrhoiden ist nicht abschließend geklärt, diskutiert werden Pressen, Verstopfung, Ballaststoffarmut, Übergewicht und erbliche Veranlagung. Ein sicherer Schutz ist deshalb nicht möglich, aber die Maßnahmen können Beschwerden verringern.

Checkliste

Fragen vor der OP

Zehn Fragen für das Aufklärungsgespräch. Haken setzen, sobald eine Frage geklärt ist. Die Haken werden weder gespeichert noch übertragen.

Ratgeber: Aufklärung und Einwilligung

Häufige Fragen

Wann muss man Hämorrhoiden operieren?

Wenn Verödung, Gummibandligatur und Basistherapie nicht ausreichen, vor allem bei Grad 3 und 4. Rund 10 % der Patienten, die ärztlichen Rat suchen, benötigen einen Eingriff.

Wie lange bin ich nach einer Hämorrhoiden-OP krankgeschrieben?

Berufstätige sind nach klassischen Verfahren meist ein bis drei Wochen krankgeschrieben.

Ist eine Hämorrhoiden-OP schmerzhaft?

Nach klassischen Verfahren sind Schmerzen und Blutungen häufig. Das Stapler-Verfahren nach Longo gilt als weniger schmerzhaft, hat aber eigene Risiken und eignet sich nicht für jeden Befund.

Kann man Hämorrhoiden ambulant behandeln?

Frühe Stadien meist ja, etwa mit Sklerosierung oder Gummibandligatur. Fortgeschrittene Fälle werden oft stationär operiert.

Ist Blut im Stuhl immer harmlos, wenn ich Hämorrhoiden habe?

Nein. Rektale Blutungen müssen ärztlich abgeklärt werden, um schwerere Ursachen wie Darmkrebs auszuschließen.

Kommen Hämorrhoiden nach der OP wieder?

Nach einer Verödung ist die Rückfallquote hoch. Nach einer Hämorrhoidektomie ist die Heilungschance am größten, Ernährung und Stuhlgewohnheiten bleiben wichtig.

Quellen

Zuletzt geprüft am 24.10.2026. Rechtliche und finanzielle Angaben können sich ändern.