Ratgeber · Stand 22.10.2026

Ambulante OP: Ablauf und Vorbereitung

Was vor, während und nach einer ambulanten Operation in der chirurgischen Praxis passiert und worauf Patientinnen und Patienten achten sollten.

Was „ambulant“ bedeutet

Bei einer ambulanten Operation gehen Patientinnen und Patienten am selben Tag wieder nach Hause; eine Übernachtung im Krankenhaus entfällt. Welche Eingriffe Kliniken ambulant erbringen können, regelt ein Katalog auf Grundlage von § 115b SGB V. Ob ein Eingriff im Einzelfall ambulant möglich ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach Befund, Vorerkrankungen und häuslicher Situation.

Vorgespräch und Aufklärung

Vor dem Eingriff muss die Ärztin oder der Arzt mündlich und so rechtzeitig aufklären, dass Sie Ihre Entscheidung in Ruhe treffen können (§ 630e BGB). Dazu gehören Art, Ablauf und Risiken des Eingriffs sowie mögliche Alternativen. Unterlagen, die Sie dabei unterschreiben, erhalten Sie als Abschrift. Ist eine Narkose oder Sedierung geplant, findet zusätzlich ein Gespräch mit der Anästhesie statt.

Nüchternheit und Medikamente

Für Eingriffe in Narkose oder Sedierung gelten Nüchternheitsregeln. Leitlinien nennen für Erwachsene häufig mindestens sechs Stunden ohne feste Nahrung und bis zwei Stunden vor dem Eingriff erlaubte klare Flüssigkeit wie Wasser oder Tee. Maßgeblich sind immer die Vorgaben Ihrer Praxis und der Anästhesie. Klären Sie im Vorgespräch, welche Dauermedikamente Sie am OP-Tag einnehmen sollen, insbesondere bei blutverdünnenden Mitteln oder Diabetes-Medikamenten.

Am OP-Tag

  • Bequeme Kleidung tragen, Schmuck und Make-up weglassen.
  • Versichertenkarte, Überweisung (falls vorhanden), Befunde und Medikamentenliste mitnehmen.
  • Nach dem Eingriff bleiben Sie zur Überwachung noch eine Zeit in der Praxis, bis die Entlassung freigegeben wird.

Heimweg und die ersten Stunden zu Hause

Nach Narkose oder Sedierung sollten Sie sich von einer erwachsenen Begleitperson abholen lassen und nicht selbst Auto fahren. Viele Praxen bitten darum, dass in der ersten Nacht jemand bei Ihnen ist. Wie lange Sie nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine wichtigen Entscheidungen treffen sollten, legt die Anästhesie fest. Lassen Sie sich außerdem eine Telefonnummer für Rückfragen geben.

Nachsorge und Kosten

Verbandswechsel, Fadenzug und Kontrolltermine werden meist in der operierenden Praxis oder in Absprache mit der Hausarztpraxis vereinbart. Medizinisch notwendige ambulante Eingriffe übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung. Eingriffe ohne medizinische Notwendigkeit sind keine Kassenleistung.

Checkliste

Fragen vor der OP

Zehn Fragen für das Aufklärungsgespräch. Haken setzen, sobald eine Frage geklärt ist. Die Haken werden weder gespeichert noch übertragen.

Ratgeber: Aufklärung und Einwilligung

Häufige Fragen

Darf ich vor einer ambulanten OP noch etwas trinken?

Leitlinien erlauben Erwachsenen klare Flüssigkeiten wie Wasser oder Tee meist bis zwei Stunden vor einer Narkose, feste Nahrung bis sechs Stunden vorher. Verbindlich sind die Vorgaben Ihrer Praxis und der Anästhesie.

Kann ich nach einer ambulanten OP selbst nach Hause fahren?

Nach Narkose oder Sedierung nicht. Lassen Sie sich von einer erwachsenen Person abholen. Wie lange Sie nicht fahren sollten, legt die Anästhesie fest.

Wer entscheidet, ob ein Eingriff ambulant möglich ist?

Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt, abhängig von Eingriff, Gesundheitszustand und häuslicher Versorgung.

Quellen

Zuletzt geprüft am 22.10.2026. Rechtliche und finanzielle Angaben können sich ändern.